Garz

Garz


Die älteste und kleinste Stadt Rügens (ca 1.750 Ew., Stadtrecht seit 1319) war einst Sitz der slawischen Rügenfürsten. Aus dieser Zeit ist die Burgwallanlage erhalten geblieben.
In Garz wurde 1234 die Gründungsurkunde der Stadt Stralsund ausgestellt. Mit dem Aus-sterben des rügenschen Fürstenhauses 1325 verlor Garz an Bedeutung. Vor allem Handwerker wie - Schumacher, Schneider, Töpfer, Gerber und andere wohnten in der Stadt, die bis 1770 auch Gardvogtei war. Stadtbrände vernichteten die meisten mittelalterlichen Gebäude, das heutige Stadtbild entstand Mitte des 19. Jahrhunderts.
Hatte die Anstalt zur Rettung armer Kinder nur eine lokale Bedeutung, so fand die Umwandlung dieser Einrichtung in das erste Diabetikerheim internationale Beachtung. Die 1930 von Professor D. Katsch gegründete Anstalt war die erste ihrer Art in der ganzen Welt.
Das Ernst-Moritz-Arndt-Museum, 1937 eröffnet, informiert über das Leben des Dichters und Philosophen, der ganz in der Nähe, in Groß Schoritz, geboren wurde. Es erinnert aber auch an die geschichtlichen Traditionen der Stadt. Die St. Petri - Kirche ist ein spätgotischer Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert. Beachtenswert das rohrgedeckte Pfarrhaus (um 1735), im angrenzenden Pfarrgarten eine "Sockelesche".

Schon gewusst?
„Seeigel“ sind vermutlich die bekanntesten Fossilien aus dem Kreidemeer. Vor etwa 70 Millionen Jahren lebten sie dort zusammen mit Seesternen und Seelilien in großer Zahl. Die drei Arten gehören zu den Stachelhäutern. Bei den Fundstücken handelt es sich um Ausfüllungen von Seeigelgehäusen aus schwarzgrauem Feuerstein. Solche Feuersteinkerne mit den typischen weißen Abbildungen der Stachelansätze findet man an der Kreideküste.