Kreidefelsen

Kreidefelsen


Sie befinden sich im Nationalpark Jasmund auf der gleichnamigen Halbinsel. PKW müssen auf dem Parkplatz Hagen abgestellt werden und die Gäste wandern (ca. 3km) oder fahren mit einem Linienbus zum Parkplatz Königsstuhl. Reisebusse können direkt zum Parkplatz fahren. Die meisten Touristen erleben die Kreideküste von der Aussichtsplattform des Königsstuhls. Ein Spaziergang zum benachbarten Kreidefelsen "Victoriasicht" lohnt sich. Von hier hat man einen schönen Blick auf den 118 m hohen Königsstuhl. Eine Wanderung (ca. 8 km) auf dem Hochuferweg, direkt an der Kreidesteilküste entlang, mit einem Halt an den bekannten "Wissower Klinken" (hier soll schon Caspar David Fridrich gemalt haben) führt bis nach Sassnitz. Ein großer Teil dieser Felsformation sind ins Meer gestürzt. Solche Abbrüche sind natürliche Vorgänge an der Kreideküste (siehe OZ-Artikel).
Ein besonderes Erlebnis ist eine Schifffahrt entlang der Kreideküste. Diese werden von den Seebrücken Binz, Sellin und Göhren aber hauptsächlich vonm Hafen Sassnitz aus angeboten. Fahrgastschiffe und Fischkutter fahren zwischen Mai und Oktober im Stundentakt, im Winter bei genügender Teilnehmerzahl zum Königsstuhl.

Abbrüche an Rügener Steilküste (aus OZ vom 29.07.10)
An der Rügener Kreideküste kommt es regelmäßig zu Abbrüchen. Das kommentiert Dr. Michael Weigelt vom Nationalparkamt so: „Da bleibt das Cliff wenigstens schön weiß.“ Ebenso weiß wird die Ostsee, wenn sie in der Folge die gewaltigen Abbrüche zu verarbeiten hat. In erster Linie sind hier zwei aus der jüngeren Vergangenheit zu nennen.
So waren in der Nacht vom 24. auf den 25. Februar 2005 etwa 50 000 Kubikmeter Kreide ins Meer gestürzt. Dabei handelte es sich um zwei Hauptzinnen und eine Nebenzinne der berühmten Wissower Klinken, für die im Nachgang eine Retrospektive im Nationalpark-Zentrum veranstaltet wurde.
Nach dem Abbruch der Wissower Klinken stürzten noch in der nächsten Nacht weitere 50 000 Kubikmeter Kreide auf einem Abschnitt zwischen den Klinken und der Ernst-Moritz-Arndt- Sicht ans Ufer der Ostsee.
Weitere spektakuläre Abbrüche sind aus dem Jahr 2002 zu vermelden: So waren im März jenen Jahres einmal etwa 25 000 und wenig später noch einmal weitere 1000 Kubikmeter Kreide abgerutscht.
Aber ohne Zweifel: 2005 war das Jahr der Abbrüche — nicht nur an der Kreideküste. Am letzten Februar-Wochenende war eine junge Urlauberin bei einem Kliffabbruch bei Lohme ums Leben gekommen. Und schließlich war am 19. März gegen 21 Uhr der Lohmer Hang ins Rutschen gekommen — ohne das Menschen zu Schaden kamen.



Schon gewusst?
„Seeigel“ sind vermutlich die bekanntesten Fossilien aus dem Kreidemeer. Vor etwa 70 Millionen Jahren lebten sie dort zusammen mit Seesternen und Seelilien in großer Zahl. Die drei Arten gehören zu den Stachelhäutern. Bei den Fundstücken handelt es sich um Ausfüllungen von Seeigelgehäusen aus schwarzgrauem Feuerstein. Solche Feuersteinkerne mit den typischen weißen Abbildungen der Stachelansätze findet man an der Kreideküste.