Moenchgut

Mönchgut


1252 erhielten die Zisterzienser-Mönche des Klosters Eldena bei Greifswald das "Land Reddevitz", den nördlichen Teil der Halbinsel, zum Lehen vom Rügenfürsten. Dieser Kloster-besitz wurde in einer Urkunde um 1295 "dat Mönke Guedt" (heute Mönchgut) genannt. Im Jahre 1360 konnte das Kloster durch Kauf auch den südlichen Teil (Insula Zicker) der Halb-insel erwerben. Damit waren der "Mönche Gut" komplett. Der Mönchgraben in Baabe war die "Grenze zu Rügen", die Halbinsel entwickelte ihr Eigenleben.
Die Mönche errichteten an der schmalsten Stelle des einzigen Landzuganges einen Befesti-gungswall, den etwa 1,5 km langen Mönchgraben am Nordausgang von Baabe. Dieser Graben bildete nach dem Willen der eldenaischen Äbte die Scheidelinie zwischen geistlichen und profanen (unheiligen) Boden. Die Abgrenzung war ein wichtiger, wenn auch nicht alleiniger Grund dafür, dass sich auf Mönchgut Sitten und Gebräuche der Menschen bis in unser Jahrhundert hinein erhielten. Die Mönche holten im 14. Jh. niedersächsische Bauern ins Land. Es entstanden die Hagendörfer Kleinhagen, Philippshagen und Middelhagen. Abgaben der Bauern und die Produkte des Klosterhofes im einstigen Hagen (heute Middelhagen) gelangten von hier aus per Schiff über den Greifswalder Bodden nach Eldena. Eine strenge Abschließung des Klosterbesitzers setzte ein. Der Verkehr der Mönchguter mit den Bewohnern Rügens und des pommerschen Festlandes sollte möglichst vollständig unter-bunden werden. So wurde z.B. fremden Handwerkern und Dienstleuten der Zutritt untersagt. Auf diese Weise entstand hier über einen relativ langen Zeitraum ein kleiner Klosterstaat, der nach eigenen Gesetzen regiert wurde. Mit der Reformation um 1535 fällt Mönchgut an das pommersche Herzogshaus. Trotzdem bleibt die Abgeschlossenheit der Halbinsel erhalten, diese endet erst mit der Entstehung der Seebäder auf Rügen.

In den Mönchguter Museen, insbesondere im Heimatmuseum Göhren, erfährt man viel Wissenswertes und Interessantes aus der Geschichte der Halbinsel und seiner Bewohner.


Schon gewusst?
Ein „Donnerkeil“ sieht aus wie eine Geschoss-Spitze. Unsere Vorfahren glaubten, es wären die Spitzen der Blitze, die der germanische Gott Donar auf die Erde schleuderte.
Doch es handelt sich um Fossilien aus der Kreidezeit, um Belemniten. Die versteinerten Enden der kalmarähnlichen Tintenfische findet man am Strand. Es sind meist nur Bruchstücke, manchmal etwas längere Spitzen und wenn man Glück hat auch bis zu zwölf Zentimeter lange „Donnerkeile“.