Ralswiek

Ralswiek


Das kleine Dorf (ca. 300 Ew.) liegt malerisch am Großen Jasmunder Bodden. Archäologische Funde lassen Wissenschaftler vermuten, daß sich hier der größte Handelsplatz der Slawen im 9. bis 12. Jh. befand.
Der Ort bietet besonders Naturfreunden Erholung. Außer im Juli und August, da gehört Ralswiek den Anhängern des Piraten Klaus Störtebeker (siehe Störtebeker). Über 8.000 Besucher können täglich (außer Sonntag) ab 20.00 Uhr auf der Naturbühne die Abenteuer des berühmten Seeräubers erleben, die Veranstaltung endet mit einem Höhenfeuerwerk.

Auf einer Anhöhe mit Blick auf den Großen Jasmunder Bodden ließ Graf Douglas sein Schloss errichten. Entworfen wurde es von dem Berliner Architekten Gustav Stroh nach dem Vorbild französischer Renaissance-Schlösser, die Einweihung erfolgte 1894. In den Jahren 1912-14 wurde das Innere des Hauses nach Plänen von Henry van de Velde, einer der bedeutendsten Vertreter des Jugendstil, umgestaltet,

Die kleine Holzkirche am Ortseingang entstand 1907. Der Graf war 1900 auf der Weltausstellung in Paris und soll den dort ausgestellten Typ einer Holzkapelle für den kleinen Ort als zweckmäßig und anmutig befunden haben. Er ließ die Kapelle in Schweden anfertigen und in Einzelteilen über die Ostsee nach Ralswiek transportieren. Am 1.November 1907 wurde sie geweiht.

Der kleine Hafen bietet vor allem Sportbooten einen Liegeplatz, er ist als Wasserwander-rastplatz ausgewiesen. Pensionen, Ferienwohnungen und Privatquartiere sind modern und gut ausgestattet vorhanden, reichen natürlich im Sommer nicht aus.





Schon gewusst?
„Seeigel“ sind vermutlich die bekanntesten Fossilien aus dem Kreidemeer. Vor etwa 70 Millionen Jahren lebten sie dort zusammen mit Seesternen und Seelilien in großer Zahl. Die drei Arten gehören zu den Stachelhäutern. Bei den Fundstücken handelt es sich um Ausfüllungen von Seeigelgehäusen aus schwarzgrauem Feuerstein. Solche Feuersteinkerne mit den typischen weißen Abbildungen der Stachelansätze findet man an der Kreideküste.